Lyrik

  • Lyrik,  Rezension

    Neue Rezensionen für die Poesiegalerie

    Bilder vieler Ausstellungen –Rhea Krčmářová liest Astrid Nischkauers ohne Titel

    Liest man die Lebensbeschreibungen von Poetinnen und Poeten, findet man Anstellungen bei örtlichen Bibliotheken und in Schlachthöfen, als Yogalehrerin oder als Bierfahrer. Dichterinnen und Dichter leben selten von Lyrik alleine (und ja, das gilt auch für andere Schreibende, aber bei Lyrik ist es besonders herausfordernd, den Lebensunterhalt nur mit dem Schreiben zu bestreiten).

    Die Wiener Autorin, Herausgeberin, Kulturvermittlerin und Übersetzerin Astrid Nischkauer arbeitete einige Jahre als Teilzeit-Aufsicht bei den Bundes- und in anderen Museen, was zu einer ausführlichen lyrischen Auseinandersetzung führte, nicht nur mit den Werken, sondern auch mit der Arbeit im Museum. Inspiriert von den „heiligen Hallen“ von Albertina, KHM, Möbelmuseum und Co. schrieb sie Museumsgedichte, deren dritter Band ohne Titel (nach Satyr mit Thunfisch und du Wundergecko, 2018 und 2021) vor kurzem im Verlag Parasitenpresse erschien. Weiterlesen HIER

    Schreiben im Schatten der MachtlosigkeitRhea Krcmárová liest Christopher Schmalls gegenstandslos

     

    Die ersten Zeilen, die man von Christopher Schmalls Gedichtband liest, stehen nicht im Buchinneren, sondern sind in Blockbuchstaben auf die Rückseite gedruckt. Dicht an dicht über in sich verlaufenden Farbstreifen werfen sie Fragen auf, die sich durch das gesamte Buch ziehen: Bedeutet Schweigen Mittäterschaft?

    Ist es die Verantwortung als Dichter, etwas zu sagen und Stellung zu beziehen? Muss Content kreiert werden auf Gedeih und Verderb?

    Der Autor widmet sich diesen Fragen ausführlich und formell divers. Laut Verlag handelt es sich bei gegenstandslos um eine „Sammlung von 77 politischen, philosophischen Gedichten, die in Form und Länge variieren, vom Einzeiler bis zum mehrseitigen Zyklus“. Schmalls Gedichte thematisieren Krieg, Umweltzerstörung, Konsum, Heimat, NS-Zeit, Glaube, Psyche und Identität.

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  • Lyrik

    Neue Besprechung von Tagebruch Instant von Alexander Kluy / Poesiegalerie

    Alexander Kluy liest Rhea Krčmářovás Tagebruch / Instant

    Surrealistisches, Zärtliches

    Dieses Auftaktpoem ist nicht zufällig als erstes an die Tête gesetzt worden. Denn bereits hier finden sich Plastizität und Sinnlichkeit, das genaue Schauen und das präzise Metamorphisieren, die Verwandlung von Welt in Poesie. Immer wieder gelingen ihr, so wie „Sommerfreitagruheabend“, großartige linguistische Coups. Nicht selten gemahnt ihr Tonfall an Surrealistisches. Sie vermag auch graziös und auf der Stelle einleuchtende Neologismen zu erfinden, so zum Beispiel „Frühnachmittagsbling“ oder „Glitterknochen“ oder „Saisonstumpf“. Immer wieder lässt sich Zartheit verorten und Zärtlichkeit konstatieren und, auch, Sehnsucht und, zusehends, Verlangen.

    Manche Poeme sind Moment-Aufnahmen, Sekunden-Splitter, die dem einen Teil des Untertitels, „Instant“, entsprechen und von denen nicht wenige in sich schier perfekt anmuten:

    „twinkle twinkle / kleine Hand / Hang zum Geschliffenen / gelenksbereit / und wenn die 
    
    Triumpheserinnerungen / erdwärts sich hängen / fangen sich Sonnen / "
    
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  • Lyrik,  Publikation,  Rezension

    Neue Rezension für die Poesiegalerie – Rhea Krčmářová liest Isabella Feimer

    Körperlichkeiten, naturnah und ortsungebunden

    Rhea Krčmářová liest Isabella Feimers Versuch einer Verpuppung

    Versuch einer Verpuppung – ein Titel, der neugierig macht. Die Biologie definiert eine Verpuppung als Entwicklungsstadium im Leben von Schmetterlingen und anderen Insekten, als Metamorphose zwischen Raupe und dem erwachsenen Tier. Während dieser Zeit der Verwandlung hüllt die Raupe sich oft in einen selbst gesponnenen Kokon oder sucht sich einen geschützen Ort. Dort löst sie sich zu einem Brei auf, aus dem sich Flügel und andere Teile des Insekts bilden, und entflattert dann in ein Lebens als quasi neues, erwachsenes, fertiges Geschöpf.

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  • Interview,  Lyrik

    Poesiegalerie Fragebogen: Rhea Krčmářová

     

    Die POESIEGALERIE stellt ihren Autor*innen Fragen zum Schreiben
    Heute die Antworten von Krčmářová Rhea

    1. Schreibst du regelmäßig? Zu welchen Zeiten und an welchen Orten?

    Prosa/Drama/Essay: Es kommt ganz darauf an, in welcher Phase sich das Projekt gerade befindet. Es gibt Wochen, da schreibe ich jeden Tag. Während der Recherchephasen mache ich mir eher Notizen. Lyrik: Meine „Instagram-Gedichte“ entstehen meist unterwegs, ich schreibe am Handy und poste sie gleich auf Instagram. Bei meinem neuen Gedichtband Austrian Gothic geht Schreiben und Recherche Hand in Hand.

    Grundsätzlich versuche ich auch in Schreibvorbereitungsphasen (ich habe einen Hang zu sehr rechercheintensiven Projekten) zumindest kleinere Texte zu schreiben, um „im Fluss“ zu bleiben – Gedichte, Notizen, Tagebuch …

    Gesamter Fragebogen: hier

  • Lyrik,  Multimedia,  Performance

    Lesungen Frühling / Sommer 2025

    6.4 19h Lesung Café Anno – Monstrosa, Lerchenfelder Straße 132, 1080 Wien

    10.4. 19h Lesung und Austrian Gothic-Performance im Rahmen von „50 Bände Limbus Lyrik“ –  Literaturhaus Wien

    28.4. 20h Blumenmontag / Semmelweiß-Klinik (Details folgen)

    10.5. 11h Rund um die Burg – Restaurant Vestibül, Burgtheater (Poesiegalerie-Lesung mit Udo Kawasser)

    22.6. 11h O.Heim-Festival/Literaturschiff: Lyrische Matinee & Musik – Rhea Krčmářová, Tamara Štajner, Anna Anderluh

    26.7. 18.30h Kultursommer Wien – Performance mit Kholoud Sharaf, Orwa Alshoufi und Birgit Selhofer (Details folgen)

  • Instagramlyrik,  Lyrik

    Tagebruch Instant – Rezension in der FURCHE

     

    Neue Rezension von Semier Insayif (DIE FURCHE)

    „Die Gedichte in Rhea Krčmářovás neuem Gedichtband „Tagebruch / Instant“ sind tagebuchartige poetische Einträge von Momentaufnahmen. Sie lassen eine Vielfalt an Situationen, Themen und Atmosphären auftauchen, ihr Gestus reicht von analytisch, reflexiv, provokant, kämpferisch bis zärtlich. Da wird etwa eine urbane Verkehrssituation mit urlaubstauglichen Meeresidyllen assoziativ ineinander gegossen: „meine Fußspitzen umbranden / U-Bahnwellen zweiminütlich / die Rücklichtkolonne jenseits der Flussandeutung / frisst sich / behäbig / in werdende Nacht“.“

    Weiterlesen auf furche.at